Wortschatz

Wir bringen ein wenig Licht ins Wirrwarr der Begriffe, die in der Energiedebatte immer wieder mal fallen. Unsere Mini-Rubrik “Hätten Sie’s gewusst?”

 

BIOGAS

Biogas wird aus Energiepflanzen wie Raps und Mais, Tiermist und anderen organischen Abfällen gewonnen. Die Stoffe werden in einer Biogasanlage ohne Licht und Sauerstoff von Mikroorganismen vergoren. Dabei entsteht Methangas, das dann in einem Gasmotor verbrannt werden kann. In vielen Blockheizkraftwerken werden so Strom und Wärme gewonnen.

 

EEG-UMLAGE

Die Umlage ist ein Aufschlag auf den Strompreis, der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt ist. Er dient dazu, die Kosten, die durch die Förderung erneuerbarer Energien entstehen, auf die privaten und gewerblichen Stromverbraucher umzulegen. Die Höhe der Umlage wird jährlich von den vier Stromnetzbetreibern in Deutschland festgelegt. Für 2013 haben sie entschieden, die EEG-Umlage von 3,6 auf 5,3 Cent zu erhöhen.

 

EINSPEISEVERGÜTUNG

Im Vergleich zu konventionellen Energien ist es im Moment noch relativ teuer, Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Die Betreiber von Ökostromanlagen müssten für ihren Strom daher eigentlich mehr verlangen. Weil sie dann aber nicht mehr wettbewerbsfähig wären, zahlt der Bund eine Einspeisevergütung und gleicht so die Mehrkosten aus.

 

ENERGIEEINSPARVERORDNUNG

Diese Verordnung beschreibt, was Hausbesitzer mindestens machen müssen, damit ihre Wohnungen, Büros oder Betriebe energieeffizient sind. Dabei geht es sowohl darum, Gebäude ausreichend zu dämmen, als auch die innen eingesetzte Technik wie Heizung oder Lüftungen zu modernisieren.

 

KALTRESERVE

Ausgerechnet im Winter, wenn die Leute viel heizen und der Stromverbrauch besonders hoch ist, liefern Sonne und Wind oft nur wenig Energie. Im Februar 2012 mussten die Netzbetreiber deshalb an zehn Tagen die Kaltreserve aktivieren. In Deutschland sind das fünf Kohlekraftwerke, die eigentlich stillgelegt sind, aber bei Bedarf relativ schnell hochgefahren werden können.

 

LASTVERTEILER

Lastverteiler sind Menschen, die bei den Netzbetreibern arbeiten und dafür sorgen, dass jede Region in Deutschland genug Strom bekommt. Weil sich Angebot und Nachfrage nach Strom im Netz immer die Waage halten müssen, messen sie jede Viertelstunde, wo wie viel Strom verbraucht wird. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, entscheiden die Lastenverteiler, welches Kraftwerk zugeschaltet werden soll. Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien herstellen, müssen sie dabei bevorzugen.

 

NETZBETREIBER

Netzbetreiber, genauer gesagt die Übertragungsnetzbetreiber sorgen dafür, dass der Strom quer durch Deutschland vom Erzeuger bis in die großen Trassen fließt. Außerdem achten sie darauf, dass im deutschen Netz ständig Strom verfügbar ist und das Netz stabil bleibt. In Deutschland gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber im 380-Kilovolt- Netz: „Amprion“, „Transnet BW“, „Tennet TSO“ und „50Hertz Transmission“.

 

STROM

Strom ist eine Bewegung von elektrisch geladenen Teilchen, die in einem leitfähigen Medium, zum Beispiel Wasser, zwischen den Atomen dieses Stoffes hin- und herspringen. Die Atome fangen die Teilchen ein und geben andere ab – eine Kettenreaktion entsteht. Ihre Bewegungsenergie nutzen wir dann als Strom.

 

STROMBÖRSE

Strom kann im Unterschied zu Gold, Kohle oder Öl nicht gelagert werden und muss direkt verbraucht werden. Produzieren Versorger mehr Strom, als sie benötigen, bieten sie den Überschuss an der Strombörse in Leipzig an. Erzeugen sie zu wenig, kaufen sie dort Strom dazu. Die Börse soll den Preis regulieren, indem sie Angebot und Nachfrage zusammenbringt. Handeln dürfen Stromerzeuger und -händler aus ganz Europa, der Handel erfolgt online am Terminmarkt (bis zu sechs Jahre im voraus) oder am Spotmarkt für den folgenden Tag. Für den Handel zugelassen sind nur Großhändler.

 

WIRKUNGSGRAD

Jedes Kraftwerk hat einen Wirkungsgrad. Der gibt an, wie viel Prozent der Energie aus Kohle, Gas, Sonne oder Wind am Ende wirklich als Strom genutzt werden kann. Denn ein Teil geht während des Prozesses der Stromgewinnung unter anderem durch Wärme oder Reibung verloren. Je höher der Wirkungsgrad, desto effizienter nutzt das Kraftwerk die Primärenergie.